Allgemein

Herbstseminar 2019

Es ist seit vielen Jahren eine Tradition, am zweiten Novembersonnabend in der Landeshauptstadt der in den vergangenen zwölf Monaten im Dienst verstorbenen Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten gemeinsam zu gedenken.

So versammelten sich diesjährig am Nachmittag des 09. November in der Nikolaikirche Potsdam zusammen mit den Angehörigen von Verstorbenen der Innenminister des Landes Brandenburg, Karl-Heinz Schröter, Verantwortungsträger der verschiedenen Einsatzkräfte, Mitglieder des Einsatznachsorgeteams und der Notfallseelsorge sowie Seelsorger/ innen.

Musikalisch wurde der Gedenkgottesdienst begleitet vom Blechbläserquintett des Landespolizeiorchesters. Der Innenminister verlas die Namen von fünfzehn Polizisten, einem Rettungssanitäter und siebenundzwanzig Feuerwehrmännern und -frauen – für jede/n Verstorbene/n wurde durch drei Seelsorger eine Kerze entzündet. Schwebend verhalte abschließend der Klang eines Saxophons durch die Weite der von einer hohen Kuppel überwölbten Kirche.

Im Anschluss an den bewegenden Gottesdienst waren die Gäste zu Begegnung und Gespräch bei Kaffee und Kuchen in das Seitenschiff der Nikolaikirche eingeladen – viele folgten dieser.

Ebenfalls in Tradition mit diesem Tag verbunden ist das alljährliche Herbstseminar des ENT Brandenburg. Daher trafen sich Vormittag insgesamt achtzehn Mitglieder und Aspirant*innen des ENT sowie an der Arbeit Interessierte in der Feuerwache der Berufsfeuerwehr Potsdam.

Anfangs veranschaulichte ein Moment des Erinnerns an eigene Erfahrungen und Gefühle, die sich mit dem Tag des Mauerfalls verbinden, den Teilnehmenden, dass sie immer als Menschen mit einer eigenen Geschichte in den Kontakt mit den Einsatzkräften gehen. Daher ist stetig eine hohe Aufmerksamkeit für das Eigene einzuüben, als eine wichtige Voraussetzung, gut im Kontakt mit anderen sein zu können.

In der statistischen Auswertung der bisher im laufenden Jahr geleisteten Nachsorgeeinsätze wurde deutlich, dass sowohl räumlich als auch zeitlich z.T. hohe Intensitäten wahrzunehmen waren. Um sowohl personelle Überforderung von ENT-Kolleg*innen zu vermeiden als auch in der erforderlichen Strukturqualität für die Einsatzkräfte dasein zu können gilt es Prozesse der ENT-Einsatzkoordination sowie der Abstimmung mit den Gesprächsleitenden immer wieder zu überprüfen und ggf. weiter zu entwickeln. Ebenso waren z.T. auch emotional schwierige bzw. thematisch-komplexe Anforderungssituationen Gegenstand durchgeführter Nachsorgemaßnahmen. Darauf Bezug nehmend wurde noch einmal die Hilfestellung von Supervision zur persönlichen Klärung von Unsicherheiten, offenen Fragen usw. angesprochen und auf die mittelbare Wirkung einer persönlichen Qualifizierung hingewiesen.

„Professionelles Feedback“ war das Thema, zu dem der Dipl.-Psychologe Mario Gruschinske referierte. Er verdeutlichte die professionelle Grundhaltung, die klar zwischen Person und Rolle unterscheidet und erst damit ermöglicht, aus einer professionellen Perspektive heraus mit eine konstruktiv-positiv formulierten Rückmeldung auf den Lernfortschritt des Gegenüber zu zielen.

Entscheidend ist das gemeinsame Verständnis, dass die am Feedback Beteiligten je für sich selbst Verantwortung haben und für das Gesagte die Verantwortung übernehmen.

 

Tag der offenen Tür in der Feuerwehr Potsdam

Es ist eine gute Tradition, dass sich zum Tag der offenen Tür der Berufsfeuerwehr Potsdam, dieses Jahr am 07. September, auch viele Hilfsorganisationen, das kommunale Ordnungsamt oder die Polizei präsentieren können. Gleichfalls sind zahlreiche Freiwilligen Feuerwehren der Landeshauptstadt sowie die Notfallseelsorge Potsdam je mit einem eigenen Stand vertreten. Am letzteren konnten sich die Gäste auch über die Einsatznachsorge informieren.

Auch wenn der Notfallseelsorge immer etwas Schwieriges, Tragisches anhaftet, konnten doch bei einigen Besuchern erste Berührungsängste abgebaut werden. Der gemeinsame Stand wurde gut frequentiert. Die Gäste interessierten sich für die Arbeitsweisen, erfragten die Alarmierungsketten und wie die Einsatzkräfte selber ihre Einsätze verarbeiten. Es gab auch mehrere Besucher, die einfach nur an den Stand kamen und den Einsatzkräften der Notfallseelsorge und des Einsatznachsorgeteam für die geleistete Arbeit dankten. Das war einfach schön zu erleben.

Sommerseminar 2019 des ENT Brandenburg

 

Am ersten Septemberwochenende trafen sich 10 ENT-Mitglieder am Störitzsee.

Der Freitag begann mit einer Info über die Neuigkeiten in der Psychosozialen Notfallversorgung und der Vorstellung der zahlreichen unterschiedlichen Einsätze seit dem Frühjahrsseminar im März. In diesem Jahr hat das ENT bereits 45 Einsatzaktivitäten für Kameraden und Kollegen geleistet. Ebenso wurden Ausbildungs- und Informationstermine auf dem Niveau der Vorjahre sichergestellt als auch die Öffentlichkeitsarbeit vorangetrieben.

Wesentlicher Bestandteil der Sommerseminare sind immer die Übungsmöglichkeiten zur strukturierten Reflexion und Vertiefung des bisher Gelernten und bereits Angewendeten.

Ein beschriebenes Unfallszenarios einer Freiwilligen Feuerwehr stellte dieses Mal den vorgegebenen Einsatzrahmen für ein Übungsdebriefing dar.

In der Einsatznachbegleitung sind Einzelgespräch ein gleichwertig wichtiges methodisches Instrumentarium, das anstelle eines Gruppengespräches oder zeitlich begrenzt parallel dazu und vor allem während eines gemeinsamen Imbiss´ Anwendung findet.

Hier wurde ein Übungssituation mit einer Sanitäterin des Katastrophenschutzes inszeniert: Ein relativ unspektektakulär erscheinender Einsatz bewirkten bei der Einsatzkraft unerwarteten Reaktionen und  eine schwere persönlicher Verunsicherung. Im Übungsgespräch wurde herausgearbeitet, dass diese Jahre zuvor  bereits ein für sie belastendes Ereignis erlebte. Das aktuelle Geschehnis löste eine emotionale Erinnerung daran und erneut Reaktionen darauf aus, die für die Einsatzkraft weder in einem Verhältnis zum aktuellen Geschehnis standen noch in einem inhaltlichen Zusammenhang dazu verstanden werden konnten.

Die Nutzung der Anlage Störitzland bot ein weiteres Mal einen angenehmen Rahmen in landschaftlich schöner Kulisse, um engagiert gemeinsam zu Arbeiten und auch das Element des „gemütlichen Beisammenseins“ keinesfalls zu kurz kommen zu lassen.

Weiterentwicklung von PSNV-Regelstrukturen

Am 18. Juli 2019 war der Brandenburger Innenminister Karl-Heinz Schröter auf Einladung des Eisenhüttenstädter Bürgermeister Frank Balzer zu einem Podiumsgespräch eingeladen.

Ausgehend vom Veranstaltungsthema „Wie weiter mit der Sicherheit in der Region?“ wurde auf Anregung der SPD-Landtagsabgeordneten Christiane Barcikowski auch der gegenwärtige Stand des Katastrophenschutzes im Landkreis Oder-Spree besprochen.

In Anbetracht eines kürzlichen großen Waldbrand in unmittelbarer Nähe wurde über vergleichbare  Szenarien, insbesondere unter Berücksichtigung von sich wiederholenden langanhaltenden Dürrephasen gesprochen. Der Innenminister umriss die realisierten und schon geplanten Weiterentwicklungen im landesweiten Katastrophenschutz.

Die Fachliche Leiterin des Brandenburger Einsatznachsorgeteams (ENT) lenkte in einem eigenen Redebeitrag den Blick auf die fachliche Notwendigkeit der strukturellen Weiterentwicklung der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) im Land Brandenburg. Entsprechend den Leitlinien des Bundesamt für Bevölkerungs- und Katastrophenschutz (BBK) ist auf Landesebene eine Landeszentralstelle PSNV einzurichten. Deren Hauptaufgabe wäre u.a. die Koordination der lokalen, meist ehrenamtlich organisierten PSNV-Netzwerke und auch die Vernetzung auf Bundesebene.

Dazu gehören ebenso die Ausbildung von Führungskräften der PSNV, die Qualitätssicherung und insgesamt die Sorge um eine auch im Schadenfall gut funktionierenden Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV-B und PSNV-E) mit dem Ziel einer höchstmöglichen Eingrenzung von gesundheitlichen Beeinträchtigungen in Einsatzlagen bei der Bevölkerung und bei Einsatzkräften.

Erfahrungen aus Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen zeigen, dass eine strukturelle Anbindung der Landeszentralstelle und hauptamtliche Besetzung sich im Kontext der Landesinnenministerien bewährt haben.

 

Der Innenminister dankte für diesen Impuls. Zugleich zeigte er angesichts der anstehenden Landtagswahl auf, dass dieses Anliegen erst in der nächsten Legislaturperiode im Ressort weiter verfolgt werden kann.

An der Veranstaltung in Eisenhüttenstadt, die sich im weiteren Verlauf den zahlreichen Fragen von Abgeordneten der Stadtverordnetenversammlung und interessierten Bürgerinnen widmete, nahmen vom ENT auch drei weitere KollegInnen teil.

ENT-Teamgespräch in Potsdam am 11. Januar 2019

Insgesamt zehn Mitglieder des Einsatznachsorgeteams Brandenburg trafen sich am Nachmittag des 11. Januar in der Hauptwache der Feuerwehr Potsdam zu einem Teamgespräch.

 

Michael Knoche begleitete als Moderator einen Klärungsprozess, der über einen Rückblick zu einer Verständigung über den gegenwärtigen Stand und zu der künftigen Ausrichtung führte.

 

Übereinstimmung bestand darin, dass dem wiederholt vorgetragenen Informationsbedürfnis von Mitgliedern über interne Abläufe mit schriftlichen Darstellungen von diesen entsprochen werden soll.

Das veränderte Zugangsprozedere für die an einer Mitarbeit im ENT Interessierten wurde in diesem Zusammenhang begrüßt: es beschriebt einerseits die Abfolge der einzelnen Schritte genau und vermittelt andererseits auch notwendige Information zu den Rahmenbedingungen des ENT-Einsatzgeschehens.

 

Das nächste Treffen ist das Frühjahrsseminar vom 11.-13. März in der LSTE in Eisenhüttenstadt mit dem inhaltlichen Schwerpunkt „Trauer und Schuld“.

 

Die Arbeit des ENT-Brandenburg im Jahr 2018

Einsatzgeschehen im Jahr 2018 – Sekundäre Prävention

 

2018 wurde das ENT zu insgesamt 31 Nachsorgemaßnahmen im ganzen Land Brandenburg angefordert. Es konnten 161 Einsatzkräfte erreicht werden. Es wirkten in 20 Nachsorgegesprächen, 6 Einzelgesprächen, 3 Trauergesprächen und

2 Gedenkveranstaltungen 56 ENT-Kolleg*innen (z.T. mehrmals in verschiedenen Einsätzen) mit.

Erneut wurde das ENT auch von Jugendwehren für Nachsorgemaßnahmen angefordert.

Das ENT war in 2018 in zwei Großübungen (MANV 40 und LÜKEX) eingebunden.

 

Die Anforderungen des ENT verdeutlichen mit Blick auf die Einsatzindikation, dass im Alltag der verschiedenen Einsatzdienste immer wieder außergewöhnliche Situationen auftreten, die auf Einsatzkräfte belastend wirken können.

In den angebotenen ENT-Maßnahmen bei allen Anforderungen konnten die betroffenen Einsatzkräfte in einem geschützten und wertschätzenden Rahmen ihre Einsatzeindrücke und die daraus resultierenden Belastungsfolgen verbalisieren. Die ENT-Kolleg*inn*en vermittelten nachfolgend Informationen über den regulären Heilungsprozess bei derartigen seelischen Erschütterungen und gleichzeitig bei bereits erkennbarem Bedarf den Kontakt an Therapeuten.

 

Schulungen und Informationsveranstaltungen – Primäre Prävention

 

Im Land Brandenburg fanden insgesamt 26 Informations- und Schulungsveranstaltungen bzw. Termine der Öffentlichkeitsarbeit statt, die von Mitgliedern des Einsatznachsorgeteam durchgeführt wurden.

Diese richteten sich an folgende Personen/Institutionen:

  • Kameraden der Freiwillige Feuerwehren und Berufsfeuerwehr
  • Führungskräfte der Feuerwehr
  • Polizeikräfte
  • Rettungsassistenten/ Notfallsanitäter
  • DLRG
  • Johanniter-Unfall-Hilfe
  • Klinikum/ Rettungsstelle

 

Hier wurden mehr als 490 Einsatzkräfte erreicht.

 

 

Personalentwicklung ENT-Mitglieder im Jahr 2018

 

Bezugnehmend auf die Qualitätsrichtlinien des BBK ist die kontinuierliche Qualifizierung der Teammitglieder ein stetiges Arbeitsfeld der Leitungstätigkeit.

Im März 2018 wurde für 18 ENT-Mitglieder der SbE-Kurs Baustein III angeboten.

Ein Teammitglied nahm am Lehrgang der SbE-Bausteine I und II in Witten teil.

Reagierend auf Veränderungen der Anforderungen wurde zwei ENT-Kollegen eine ergänzende Qualifikation in SbE-Maßnahmen für Kinder und Jugendliche ermöglicht.

ENT beim Tag der offenen Tür in Potsdam

bild7bild6bild2Am 03. September 2016 wurde das Einsatznachsorgeteam Brandenburg und die Notfallseelsorge beim Tag der offenen Tür der Berufsfeuerwehr Potsdam durch ein gemischtes Team vertreten. Trotz gutem Wetter und dem Schulanfang sind viele Besucher erschienen und zeigten reges Interesse an der Arbeit beider Teams.

Es gibt keine bevorstehenden Veranstaltungen.