Der Weg des ENT

ENT-Herbstseminar im „Covid-Modus“. Foto: Peter Frank

Das Herbsttreffen des ENT war geprägt durch die Einhaltung strikter hygienischer Rahmenbedingungen. Der Schutz der Gesundheit der Mitglieder und somit der Erhalt der Einsatzfähigkeit des ENT ist ebenso wichtig, wie ein regelmäßiger Informations- und Erfahrungsaustausch oder persönliche Begegnungen.

Den ersten und größten TOP bildete der Anbindungsprozess des ENT an die Strukturen des Brand- und Katastrophenschutzes und der PSNV des Landes. Hierzu konnten wir Herrn Dr. Dietel, Leiter des Referats 34 im MIK, und Frau Germer, Direktorin des Zentraldienstes der Polizei, in unserer Mitte begrüßen. So sollte durch Information aus erster Hand und der Möglichkeit, Fragen zu stellen, größtmögliche Transparenz zu dem Prozess hergestellt werden.

Nach aktuellem Stand wird die Fachaufsicht durch das MIK, Referat 34 und die organisatorische/administrative Anbindung durch den Zentraldienst der Polizei (ZDPol) gewährleistet werden.

Eine Aufwertung soll das ENT auch z.B. durch die Ausübung im Nebenamt (Mitglieder aus dem öffentlichen Dienst, wie z.B. Polizei), eine feste Koordinatorenstelle beim ZDPol (Polizeiärztlicher Dienst), die Aufwandsentschädigung für das Ehrenamt und Mitfahrgelegenheiten in Dienstfahrzeugen erfahren. Dies ist in Prüfung.

Die Sachkosten des ENT sind erstmalig im Landeshaushalt 2021 beantragt und erwarten die Zustimmung des Parlaments. Dies steht für die hohe Zielstrebigkeit des MIK zur nachhaltigen Absicherung der Einsatznachsorge im Land.

Mit herzlichem Dank für das offene Gespräch wurden Frau Germer und Dr. Dietel aus dem Kreis des ENT verabschiedet.

Frau Germer, Zentraldienst der Polizei.
Foto: Peter Frank

Den aufgrund der pandemischen Situation abgesagten Blaulicht-Gottesdienst mit Gedenken an die im vergangenen Jahr verstorbenen Einsatzkräfte in der Nikolaikirche Potsdam feierten die anwesenden ENT-Mitglieder mit der Entzündung von Kerzen und einer Schweigeminute.

Erstmals wurde der durch das Team gewünschte „Ritterschlag“ zur Einsatzkraft des ENT für vier Mitglieder durch Überreichung des ENT-Namensschildes und eines Blumenstraußes durchgeführt. Beate Wolf, Mechtild Michalski, Britta Muche, Anita Nicko (nicht anwesend) und Ulf Steinert sind nun ausgebildet und gewappnet, für die Einsatzkräfte des Landes Bb ihre Unterstützung zu geben! Herzlichen Glückwunsch!

Neue Einsatzkraft im ENT: Beate Wolf. Foto: Peter Frank

Weitere Blumen gab es als Dank für ihren Einsatz an drei weitere Mitglieder: Jörg Reichert für sein Wirken als Koordinator des Teams, Elke Hinze für ihre administrativen Tätigkeiten bei der Sachmittelverwendung und Peter Frank für seine vielen Einsätze als Gesprächsleiter und Teamfotograf.

„Suizid eines Kollegen“ war im ENT Bb in diesem Jahr das häufigste Einsatzstichwort. Dieses Thema stellt besondere fachliche Herausforderungen an die jeweiligen Gesprächsleiter*innen und Peers und erfordert zugleich ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit für die emotionalen Prozesse in der Gruppe der Teilnehmer.

Bereits Ende Oktober trafen sich mehrere Teammitglieder, um einen Einsatz in einer Fallbesprechung zu reflektieren. Für die Leitung des ENT Anlässe genug, auch beim Herbsttreffen eine inhaltlich-fachliche Nachbereitung anzuleiten. Die hierin dargelegten Erfahrungen fordern eindeutig die Notwendigkeit einer klaren Rollenverteilung im handelnden Team von der verantwortlichen Übernahme des Einsatzes bis zum Auswertungsgespräch danach.

Dass in diesem Fall drei Psychosoziale Fachkräfte in unterschiedlichen Rollen eingesetzt waren, konnte als Ressource für den Prozess genutzt werden.

Die Frage nach dem „WARUM?!“ der Tat treibt Hinterbliebene, Angehörige, Kolleginnen, Freunde u.a. oft um. Damit einher geht auch die Suche nach der eigenen Wirksamkeit: „Vielleicht hätte ich es doch verhindern können?“. Das Bewusstwerden und Ansprechen der hier zugrundeliegenden Hilflosigkeit und Ohnmacht kann dazu beitragen, das Gewicht der nicht mehr zu beantwortenden Fragen zu mindern. Gleichzeitig wurde gemeinsam der Respekt vor der Entscheidung der sich selbst tötenden, gleichwohl mündigen Person als Möglichkeit der Distanzierung herausgearbeitet.

Den Abschluss des Treffens bildete die Konstituierung einer eigenständigen Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit. Sie wird sich in enger Abstimmung mit der fachlichen Leitung um Themen wie Flyer, Website, Aussteller, Streumittel usw. kümmern.

Mit gegenseitigem Dank für die Zusammenkunft und das Miteinander unter den Hygienebedingungen verabschiedeten sich die Teammitglieder nach vier Stunden voneinander.

 

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